Vorbereitung auf die Untersuchung...
Es ist ganz natürlich, dass Kinder den Glauben ihrer Eltern übernehmen. Wenn die Eltern liebevoll mit den Kindern umgehen, dann gilt das vorbehaltlose Vertrauen der Kinder auch dem, was die Eltern über ihren Glauben sagen. Da Gott mit den Eltern im Bunde ist, da sie das Maßgebliche über ihn sagen dürfen, wird die Geborgenheit des Elternhauses erweitert und reicht nun weit in die Zukunft und in die Welt hinein.
Eine kritische Anfrage an den Glauben der Eltern wird das Kind kaum als isolierte Aussage sehen, die sachlich zu überprüfen wäre. Noch bevor es überhaupt über den Inhalt der Anfrage nachdenkt, wird ja schon durch die Tatsache der Anfrage das Recht der Eltern, Maßgebliches über den Glauben zu sagen, eingeschränkt. Damit ist die Möglichkeit des blinden Vertrauens nicht mehr gegeben. Damit steht das Gefühl der Geborgenheit auf dem Spiel, sodass das Kind den Zweifel an dem Wort der Eltern als Generalangriff auf seinen Glauben sehen wird. Es wird sich daher auch mit einer kritischen Anfrage erst gar nicht befassen.
Es entspricht dem typisch kindlichem Denken, Gefühle als eine Art Beweis für die Qualität oder Richtigkeit einer Aussage zu sehen. Dass das nicht zutrifft, lässt sich leicht zeigen.
Zum Glauben der Zeugen Jehovas gehört es beispielsweise, die Bluttransfusion als sündig abzulehnen. Es ist überhaupt nicht schwierig, diese Behauptung mit der Bibel zu widerlegen. Doch es ist so gut wie unmöglich, einen Zeugen Jehovas mit diesem Beweis bekannt zu machen. Gerade Kinder werden auf solche Versuche mit Angst reagieren. Die Möglichkeit des blinden Vertrauens ist nicht mehr gegeben, durch die die Geborgenheit einst entstand. Folglich werden sie den Beweis nicht ansehen, schon gar nicht fair würdigen wollen, sondern ihn als Generalangriff eines Verführers auf ihren Glauben sehen.
Tragisch ist nur, dass der Beweis stimmt (siehe dazu das Stichwort "Bluttransfusion" in der Liste), dass die Bluttransfusion keinesfalls Sünde ist und dass der Vater, die Mutter, der Sohn oder der Onkel, der sie nach einem Verkehrsunfall dringend gebraucht hätte, nicht hätte sinnlos sterben müssen. Wie schrecklich ist es, wenn man erst dann zum Nachdenken kommt, wenn die Katastrophe längst eingetreten ist. Dann ist nicht nur jemand unwiderruflich tot, sondern die Geborgenheit ist auch weg. Das Opfer war umsonst. Zu spät oder vielleicht gar nicht kommt die Einsicht: Es war töricht, sich von Angst bestimmen zu lassen.
Nehmen wir einmal an, dass jemand doch den Beweis vollständig angehört hat und auf die Frage, was er denn einzuwenden hätte, schweigen muss, weil er keine guten Gegenargumente hat. Dennoch ist es gut möglich, dass er hinterher doch wieder bestreitet, dass dieser Beweis existiert. Das ist zwar eine Lüge, aber wenigstens eine Notlüge. Und Notlügen erscheinen selbstverständlich erlaubt, wenn es darum geht, den Glauben zu retten. Schließlich ist der Glaube ja sogar wichtiger als das Leben. Und das sofort einsetzende Gefühl der Geborgenheit wird als Beweis gesehen, dass man sich ohne Zweifel auf dem richtigen Weg befindet.
Fast automatisch fällt auch die Entscheidung, dem Bruder, der ehrliche Fragen oder gar Beweise brachte, dafür böse zu sein. Da man ihn nicht widerlegen kann und allein schon durch seine Anwesenheit an die störenden Informationen erinnert wird, muss man ihm zumindest durch Aggression oder Unfreundlichkeit signalisieren, dass seine Anwesenheit oder gar Freundschaft unerwünscht ist. Er ist dann auch kein Bruder mehr, sondern ein Bote des Satans oder schlichtweg eine Unperson, ein Niemand. Nur so lässt sich der alte Zustand blinden Vertrauens wiederherstellen.
Wenn man einmal in dieser Falle gelandet ist und sich daran gewöhnt hat, auf ehrliche Anfragen mit hysterischer Empfindlichkeit und Abschottung zu reagieren, dann bleibt man für immer in dieser Falle gefangen. Der Gesprächspartner, der diese Einstellung spürt, tut gut daran, jeden Überzeugungsversuch baldmöglichst abzubrechen. Falls ein Gespräch zustandekommen sollte, wird es sich ständig im Kreise drehen und für beide Seiten seelisch äußerst belastend sein, für den einen infolge der offensichtlichen Unehrlichkeit, für den anderen wegen der Verunsicherung, mit der nicht konstruktiv umgegangen werden kann.
Eine bessere Chance hat ein Gespräch bei jemandem, der für sein Verhalten nicht durch überwältigende Gefühle "entschädigt" wird und der die Wahrhaftigkeit unabhängig von ihrem emotionalen Nutzen als eigenen Wert erkannt hat.
Wir Evangelikalen mögen uns über solche Verhältnisse erhaben dünken. Doch auch wir stehen unter dem starken Einfluss desselben religiös-pyschologischen Gesetzes und verbinden unsere Glaubensfreude und Glaubensgewissheit ebenfalls instinktiv mit der theologischen Prägung, die wir bei unseren "geistlichen Vätern" vorgefunden haben. Notwendige Anfragen an diese Prägung missverstehen nicht wenige sehr leicht als Angriff auf ihren Glauben. Die Folge ist, dass sie sich dann weigern, genau hinzusehen und die Beweiskraft von Argumenten ehrlich zu würdigen. Diese Haltung betrachten sie tatsächlich als Erfüllung ihrer Gehorsamspflicht, die wir Gott gegenüber haben.
Halbwahrheiten, die schöne religiöse Gefühle, Selbst- und Sendungsbewusstsein liefern, stehen leider bei vielen Evangelikalen hoch im Kurs. Auf den Büchertischen liegen immer wieder Bücher und Schriften aus, deren Hauptfehler die selbstverständliche selektive Wahrnehmung ist.
Wieviele evangelikale Christen wissen denn z.B. , dass sich Martin Luther, der uns mit seinem Glaubensmut, mit seiner Bibelkenntnis, mit seinem großen Werk der Bibelübersetzung den größten Respekt abnötigt, sich später zu einem Menschen wandelte, der der Versuchung der Macht erlag, der mit den Mächtigen paktierte und mit ihrem Schutz eine Volkskirche gründete, die ihre Strukturen und Funktionen gar nicht mehr an der Heiligen Schrift, sondern wieder an einer kirchlichen - nunmehr protestantischen - Tradition ausrichtete? Wer weiß, dass sich Martin Luther schon sehr bald derselben unsäglichen Methoden bediente, die er dem Papst vorwarf? Wer weiß, dass er für die Verfolgung, für Vertreibung und Hinrichtung baptistischer Glaubensgeschwister verantwortlich zeichnete? Allein weil sie in einigen Punkten seine Theologie nicht teilten, rief er die Machthaber auf, sie ohne Verhör (!) hinzurichten, "selbst wenn sie das reine Evangelium lehren würden." Jetzt nach 500 Jahren hat sich nun die lutherische Kirche zum erstenmal bei den Mennoniten für dieses Verbrechen entschuldigt. Weiter rief Luther die Machthaber dazu auf, Juden das Dach über dem Kopf anzuzünden und ihnen keinen Schutz mehr auf den Straßen zu gewähren. Er rief zur massenhaften Abschlachtung der aufständischen Bauern auf, Menschen, die immerhin in ihren Zwölf Artikeln dasselbe sagten wie Luther auf dem Reichtag in Worms: dass sie nämlich alle Aussagen und Forderungen zurücknehmen würden, falls man ihre Unrechtmäßigkeit mit der Bibel nachweisen könne. Luther übergab an die Fürsten zusammen mit seiner Kreuzzugsrede gleich den Ablass: "Solch wunderliche Zeiten sind jetzt, dass ein Fürst den Himmel mit Blutvergießen verdienen kann besser denn andere mit Beten.“ Bleibst du drüber tot, wohl dir, seliglicheren Tod kannst du nimmermehr überkommen. Denn du stirbst im Gehorsam göttlichen Wortes und Befehls, Röm. 13, 4, und im Dienst der Liebe ...“
Es ist gar nicht so untypisch, wenn etliche Evangelikale solche Informationen von vornherein als nebensächlich abtun, und sie weder hören noch darüber sprechen wollen. Manche betrachten den Versuch sogar als "üble Nachrede" und verstehen gar nicht, dass die Lehrautorität einer Person der Zeitgeschichte nur dann angemessen eingeschätzt werden kann, wenn auch das Lebenszeugnis ohne Wenn und Aber berücksichtigt wird. "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen" (Mt 7,16) sagte Jesus. Nur auf die Worte zu achten reicht nicht aus.
Der Autoritätsmissbrauch Luthers hat sehr wohl auch den Aufbau seiner Volkskirche geprägt, die biblische Ordnungen missachtet und in der weiteren Geschichte immer wieder zu einer unseligen Allianz von Thron und Altar geführt hat. Im Namen Gottes hat sich diese Allianz immer wieder an Juden, verelendeten Arbeitern und andersdenkenden Gläubigen des Machtmissbrauchs schuldig gemacht.
Welches Recht hat eigentlich der, der die dunklen Seiten von Luther ignoriert, Leugner des Holocaust zu kritisieren, die ein positives Bild von Hitler pflegen wollen? Wie soll man diese Leute dann von der Verwerflichkeit ihrer Propaganda überzeugen? Gleiches Recht für alle! Wenn Christen auf einem Auge blind sein dürfen, dann dürfen es andere Leute auch! Wenn Christen - um ihren Glauben zu schützen - zu Notlügen greifen dürfen und sollen, dann darf es jeder Sektierer auch!
Ist es wirklich hilfreich, wenn auch bei aktuellen Geschehnissen eine selektive Wahrnehmung erwünscht ist? In welchen bibeltreuen Gemeinden ist es denn möglich, offen über Schäden zu informieren, die möglicherweise der hauseigenen Theologie zu verdanken sind?
Ja, sogar selbstverständliche Verbesserungen, die die eigene Theologie erlauben würde, sind manchmal kaum möglich oder brauchen lange, lange Zeit - dank der mit Blindgläubigkeit verbundenen gedanklichen Trägheit.
Beispiel: Das bisherige Glaubensbekenntnis hat zweifelsohne eine gravierende Schwäche, die korrigiert werden sollte. Es wird zwar der Glaube an „die Gemeinschaft der Heiligen“ bekräftigt, aber es bleibt völlig unklar, woran denn diese Gemeinschaft zu erkennen ist und ob sie selbst in der Lage ist, zwischen Heiligkeit und Scheinheiligkeit zu unterscheiden. Anstatt eine Hilfe zur dieser Unterscheidung und Selbstprüfung zu geben, folgt im Glaubensbekenntnis sofort die Absolution: „...ich glaube an die Vergebung der Sünden.“ Das ist sehr, sehr problematisches Signal!
Für das Glaubensbekenntnis wäre es deshalb ein großer Gewinn, wenn man in einem eingeschobenen Satz erläutern würde, was denn nun die "Gemeinschaft der Heiligen" besonders auszeichnet. Das Kennzeichen der christlichen Gemeinschaft ist die Liebe untereinander. Da unter "Liebe" aber heute alles Mögliche verstanden wird: vom verlogenen Frieden, der das Böse verharmlost und unter den Teppich kehrt bis zur Angewohnheit, gewohnheitsmäßig freundlich zu lächeln, ist es besser, die Merkmale der Liebe zu nennen, wie sie Jesus genannt hat (Mt 23,23): "Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Treue".
Der verbesserte Satz könnte dann heißen: „Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen, denen Jesus Christus, unser Herr, die Barmherzigkeit, die Gerechtigkeit und die Treue als wichtigste Gebote vor Augen gestellt hat.“ In diesem Satz bleibt unerwähnt, wie sich die eigene Gemeinde tatsächlich dazu verhält. Aber es ist ein Maßstab da, an dem sie sich messen kann. Auf diese Weise würde das Bekenntnis zur "Gemeinschaft der Heiligen" nicht mehr zur gedankenlosen Selbstbestätigung und zur Selbsttäuschung dienen, sondern dazu aufrufen, sich wirklich um diese Eigenschaften zu bemühen, die Jesus als das „Wichtigste im Gesetz" bezeichnete (Mt 23,23). Das aktuelle Glaubensbekenntnis wirkt leider so, als wenn ihm immer mehr die Kraft ausgeht. Dank der empfohlenen Erläuterung wäre es auch am Ende noch so stark wie am Anfang.
Tatsache ist auch: wir werden immer wieder mit evangelikalen Gemeindeleitern konfrontiert sein, die diese Klarheit nicht wollen. Jesus hat einst den Schriftgelehrten vorgeworfen, dass sie andere Gebote für wichtiger ansahen als die Bemühung um diese Eigenschaften, die ihm so wichtig waren: "Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Treue" (Mt 23,23). Wer erinnert in unserer Kirche an die absolute Priorität dieser Eigenschaften? Wer könnte besser daran erinnern, als das sonntägliche Glaubensbekenntnis?
Doch man versuche einmal, in diesem wichtigen Punkt verbesserte Glaubensbekenntnis in seiner Gemeinde einzuführen. Obwohl die Qualität und Klarheit deutlich verbessert wird, obwohl die Maßstäbe Christi das beste Kriterium für diese Unterscheidung sind, wird man in der Regel mit erheblichem Widerstand zu rechnen haben. Das gedankenlose Nachplappern und Festhalten an dem, was schon immer war, kommt religiösen Bedürfnissen offensichtlich weitaus mehr entgegen.
Es ist immer wieder derselbe Mechanismus. Schon die bloße Anfrage ist für blinde Gläubigkeit ein großer Anstoß.
Falls der Leser eine inhaltliche Überprüfung evangelikaler Denktraditionen mit Hilfe der Bibel als Angriff auf den Glauben empfinden sollte, sollte er sich - wie gesagt - lieber mit etwas leicht Verdaulichem beschäftigen (Auf dieser WebSite z.B. die "Schatzkiste"). Er wird keinen Gewinn haben, wenn er sich mit den hier präsentierten theologischen Analysen befasst.
Paulus hat die Gläubigen aufgefordert erwachsen zu denken, und sich von kindischem Denken fernzuhalten (1.Kor 14,20).
Wer im Glauben erwachsen geworden ist, der weiß, dass nicht die Gefühlsbedürfnisse bestimmen, wie die Wirklichkeit ist. Er weiß, wie leicht man sich - gerade aufgrund emotionaler Bedürfnisse - selber täuscht.
Geistlich erwachsenes Denken heißt einmal: glauben auf der Basis der Heilstatsachen (Göttlichkeit, Sühnetod, Auferstehung und Wiederkunft Christi), die man zwar nicht beweisen oder sehen kann, ohne die aber der Glaube keinen Sinn ergibt.
Zum anderen heißt erwachsenes Denken geistlich diszipliniert denken, indem man Dinge, die man in der Bibel und in der Gemeinde sehen kann, auch ehrlich bezeugt - und nicht abändert, um sie eigenen Erwartungen anzupassen. Der ganze christliche Glaube ist durch ehrliches Wahrnehmen und Bezeugen entstanden (1.Joh 1,1). Hätten die Jünger entsprechend ihrer theologischen Vorlieben die Wirklichkeit nur teilweise sehen wollen, wir wüssten ja heute noch nicht, ob Jesus nicht doch einmal eine Sünde begangen hätte - wie uns das Neue Testament bezeugt (Jo 8,46 / Hebr.9,14). Wenn das so wäre, dann müsste er schon für seine eigene Sünde sterben und hätte niemals die Schuld der Welt auf sich nehmen können. Stattdessen berichten sie ehrlich darüber, wo Jesus sie manchmal mit sperriger Theologie verunsichert hat. "Wer nicht mein Fleisch isst und trinkt mein Blut...." (Joh 6,53ff) - ein ungeheurer Affront für einen Juden. Auch hier haben die Jünger nicht gewagt, das Unangenehme zu unterschlagen. Wir können froh und dankbar darüber sein, dass sie unbedingt ehrlich berichtet haben.
Jesus schenkt Gewissheit und Frieden. Aber er verunsichert auch, wo es nötig ist. Dies zeigt uns das Neue Testament an etlichen Stellen. Wohl dem Jünger, der sich in seinen festgefahrenen, vermeintlich heiligen Ansichten verunsichern lässt! Selektive Wahrnehmung kann nicht der Stärkung des Glaubens dienen! Fleischlich-religiöse Sicherheiten gewähren keinen wirklichen Schutz!
Wer Theologie und Tradition überprüfen will, braucht ein grundsätzliches Vertrauen in die Wirklichkeit Gottes, die unabhängig vom Gelingen theologischer Lösungen immer gegenwärtig ist. Jesus ist hier und er garantiert meinen Glauben, er hat ihn geschaffen und wird ihn vollenden. Wie könnte dann der Glaube, den Jesus Christus selbst geschaffen hat, durch ehrliches Fragen und Antworten Schaden nehmen? Wer das Vertrauen in die unsichtbar gegenwärtige Wirklichkeit Gottes nicht hat, wird bei der Überprüfung seiner eigenen Theologie große emotionale Schwierigkeiten haben.
C.H. Spurgeon hat einmal gesagt: "Der Glaube ist ein sechster Sinn." Pastor Wilhelm Busch schrieb dazu: "Wir haben fünf Sinne, um die Welt zu erkennen: Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken und Riechen. Das sind die fünf Sinne, mit denen wir unsere dreidimensionale Welt erkennen können. Ein Mensch, der mit diesen fünf Sinnen lebt, fragt: "Wo soll Gott sein? Ich sehe ihn nicht. Und Jesus sehe ich auch nicht. Ich glaube das alles nicht!" Wenn uns nun Gott durchseinen Heiligen Geist Erleuchtung gibt, dann haben wir den sechsten Sinn. Dann können wir nicht bloß sehen, hören, fühlen, schmecken und riechen, sondern dann können wir auch die andere Welt erkennen. Die Bibel sagt: "Das aber ist das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen." Das kann der sechste Sinn!" (aus: Wilhelm Busch, Jesus unser Schicksal, Neukirchen-Vluyn, 1984, S.184)
Der sechste Sinn nimmt die Prägung der eigenen Persönlichkeit durch die Eigenschaften der Person Gottes wahr (Siehe das Stichwort "Heiligung" in der Liste). Die Gegenwart des Heiligen Geistes wird am besten durch die Veränderung des Charakters bezeugt. Hier ist der Ort, wo Gott gerne wirkt, was Menschen unmöglich ist, und wo angesichts dieses Wirkens Glaubensgewissheit und Vertrauen entsteht.
Nur dieses grundsätzliche Vertrauen bewahrt den Gläubigen davor, sich kaufen zu lassen durch Scheinlösungen, die schnelle Beseitigung verunsichernder Gefühle versprechen.
Umgekehrt gilt natürlich auch: bloße christliche Religiosiät, die in erster Linie nach religiösem Gefühlsgenuss strebt und Wachstum im Glauben ("Heiligung") vermeidet, wird es schwer haben mit der Glaubensgewissheit. Um sich nicht verunsichern zu lassen, behilft man sich dann mit frommen Illusionen und Methoden der Desinformation (Siehe das Stichwort "Sektentypische Methoden" in der Liste).