Zum Inhalt

Echte und vermeintliche Irrtumslosigkeit ....

... in der Bibel ?

Zwei Köpfe
Bildinfo

Zehn Beobachtungen

Der Glauben an Jesus Christus ist der kostbarste Besitz des Christen.Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, lass fahren dahin... das Reich muss uns doch bleiben.” (Luther). Das eigentliche Leben findet nach dem Tod statt – im ewigen Reich Gottes. Das Leben hier ist nur vorläufige Prüfungszeit.

Wie wichtig ist es da, sich auf die Heilige Schrift, die von Jesus Christus berichtet, verlassen zu können !

Liberale Theologen haben sich bemüht, dieses Vertrauen zu erschüttern. Die Worte Jesu Christi seien Gemeindedichtung und Spekulation.

Bibeltreue Theologen haben deshalb erklärt, dass ein Christ, der an Jesus Christus glauben will, auch an die Irrtumslosigkeit der GANZEN Bibel glauben müsse. Wenn er Widersprüche oder Erschreckendes in der Bibel sähe, sei er aufgefordert zu glauben, dass Gott diese Dinge später überzeugend klären werde, und “dürfe hier nicht weiterdenken.

Viele Gläubige waren für diese Methode dankbar, die sie der Verunsicherung durch liberale Bibelkritik entgegensetzen konnten

Andere Gläubige wurden ihre Verunsicherung nicht los. Sie stellten höchst bedenkliche Nebenwirkungen dieser Methode fest, sodass sich gravierende Zweifel erhoben, ob auch Jesus Christus, unser Herr und Heiland, diese Art der Verteidigung gut heißen würde.

1.Beobachtung: die Methode, nicht mehr weiterzudenken, wird von vielen Gläubigen leider ganz selbstverständlich auch auf klare biblische Gebote angewendet! Jesus nannte drei Gebote, die ihm besonders wichtig waren: “Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Vertrauenswürdigkeit.” (Mt.23,23) Mit Hilfe dieser aßstäbe kann der Gläubige nicht nur sich selbst, sondern auch seine ältesten und seine Gemeinde beurteilen – im Gehorsam gegen den göttlichen Befehl “Prüfet alles” (1.Thes.5,21). Machen Sie doch einmal einen Test! Die Internetseite www.bevor-jesus-kommt.de (bibeltreu!) informiert über die praktischen Konsequenzen dieser Gebote. Versuchen Sie nun einmal, sie in bibeltreuen Gemeinden zum Thema zu machen. Sie werden überrascht sein, wieviel Desinteresse, ja manchmal sogar Widerstand, festzustellen ist. Es ist dieselbe Situation wie zur Zeit Jesu: auch die Schriftgelehrten damals wollten davon möglichst wenig hören. (Mt 23,23)

Warum? Die drei Maßstäbe unterstützen die Mündigkeit und geistliche Reife der Gläubigen und binden die Befugnis zur Leitung an redliche Rechenschaft. Das ist oft nicht erwünscht und in diesem Fall knüpfen Gemeindeleiter geschickt an die Gewohnheit an, das Denken bei allem, was beunruhigt, sofort abzuschalten.

2. Beobachtung: wenn Ihnen ein Mitglied einer bibeltreuen Gemeinde schadet und Sie gehen nicht zum Gericht, wie es Paulus in 1.Kor 6,1 verlangt, dann bleiben Sie auf Ihrem Schaden sitzen, weil bibeltreue Gemeinden kein ernsthaftes Interesse daran haben, “das Böse aufzudecken”, wie es die Schrift gebietet. (Eph.5, 11 ff) Deswegen gibt es auch die innergemeindliche Gerichtsbarkeit nicht, wie sie Paulus gefordert hat. (siehe: www.bevor-jesus-kommt.de/schutz! Dass dieses Verhalten im Widerspruch zum ausdrücklichen Gebot steht, “mitzuleiden” (1.Ko 12,26) und und ”mitzutragen” (Gal 6,2) stört niemanden, da man ja gelernt hat, dass man über Widersprüchliches nicht nachdenken soll.

3. Beobachtung: überall im Neuen Testament beruht das Vertrauen darauf, dass Menschen bezeugen, “was sie mit eigenen Augen gesehen haben” (1.Jo 1,1) Nirgendwo wird aufgefordert, zu ignorieren, was man mit eigenen Augen sieht, ob nun in der Gemeinde oder in der Bibel

4. Beobachtung: die Methode, nicht weiterzudenken, ist eine Methode, die ohne den heiligen Geist und ohne Heiligung des Charakters funktioniert. Deshalb können sich alle Sekten dieser Methode bedienen. Was die Nichtgläubigen “nicht haben” (Rö 8,9), das ist der heilige Geist, “der in alle Wahrheit leitet” (Jo 16,13) und das “Zeugnis” der Erwählung gibt (Rö 8,16) durch charakterliche Erneuerung. (1.Ko 6,11) Warum genügt nicht zur Abwehr einer subjektiven Verfälschung der Bibel der feste Glaube, dass zumindest die Worte des sündlosen Gottessohnes Jesus Christus (Jo 8,46) ausnahmslos unfehlbar sind und dass die Ehrfurcht der Jünger vor ihm eine eigenmächtige Verfälschung seiner Worte verhindert hat ? (2.Ko 2,17)

5. Beobachtung: es gibt Bibelworte, die nicht die Qualität der Worte Jesu haben, sondern selbst bei wohlwollenster Beurteilung als böse empfunden werden. Beispiele: Mose erlaubte dem Juden den sexuellen Missbrauch kriegsgefangener Frauen. Es war völlig egal, ob sie bereits verheiratet waren oder nicht. (5.Mo 21,10–14) Im Islam gibt es dieselbe Regelung! Es war auch kein Rechtsbruch, seine Frau zu entlassen (5.Mo 24,1). Wer sich strikt an diese Vorschriften hielt, der durfte des Segens gewiss sein. (5.Mo 28,1 ff). Erst der Prophet Maleachi deckte diesen fatalen Irrtum Jahrhunderte später auf (Mal 2,14) und Jesus knüpfte daran an. (Mt 19,8 / Jo 1,17)

6. Beobachtung: die Heilige Schrift schützt ausdrücklich das Gewissen des Gläubigen. (1.Ko 8,7–11) Niemand ist verpflichtet, etwas gut und richtig zu nennen, was sein Gewissen als falsch empfindet. Die Bibel warnt sogar, dass dadurch der Glaube zerstört werden kann ! (V.12)

7. Beobachtung: Vielen Gläubigen schadet das Auffinden solcher Bibelstellen nicht. Sie verdrängen oder ignorieren sie und können deshalb an einen liebevollen Vater im Himmel glauben. Anderen Gläubigen aber, besonders denen, die viel Unglück zu ertragen haben, gelingt dieser Optimismus nicht. Ein Gott, der sowohl lieblos als auch liebevoll sein kann (Jak 3,12 !), erscheint ihnen bedrohlich und unzuverlässig. Haben sie kein Recht auf einen frohen und zuversichtlichen Glauben?

8. Beobachtung: es gibt eine hilfreiche Lösung für dieses Dilemma. Jesus ist der absolute unfehlbare Maßstab der gesamten Bibel. Der Gläubige darf ALLE Bibelworte mit Hilfe der unfehlbaren Maßstäbe Jesu Christi beurteilen (1.Ko 2,16), ja, er soll es tun, um sein Urteilsvermögen zu schärfen. (V.15).

Diese hilfreiche Lösung wird auf dieser Internetseite mit ihren Vor– und Nachteilen vorgestellt. Immer wieder erleben Leser eine Glaubensstärkung, weil sie sich nun den Fragen der Menschen, die der Bibel fernstehen, ehrlich stellen und überzeugend antworten können.

9. Beobachtung: Manche Gläubige, die das Dogma der völligen Irrtumslosigkeit vertreten, sehen ihren eigenen Glauben gefährdet, wenn diese Lösung in der Gemeinde bekannt gemacht wird. Die Stärke ihres Glaubens beruht darauf, dass möglichst viele dasselbe wie sie denken – ein völlig unbiblischer Gedanke (Jer 17,5 / Zeph 3,12 / Rö 9,27 / 14,5). Echter Glaube steht fest – wenn es sein muss, auch ganz allein. (Jo 6,67) Es kann niemals im Sinne Jesu sein, wenn man das Gewissen von Gläubigen vergewaltigt (2.Ko 3,17), die sorgfältiger lesen, und unter seine persönliche Sicht zwingt. (2.Kor 1,24)

10. Beobachtung: Das Dogma der völligen Irrtumslosigkeit verführt Gemeindeleiter immer wieder zur Unehrlichkeit. Vielen bibeltreuen Theologen ist längst klar, dass das Dogma sehr fragwürdig ist. Gelegentlich geben sie es in einem “Nikodemus–Gespräch” zu. öffentlich aber bestätigt man das Dogma, weil man hysterische Reaktionen und Abwanderung von Mitgliedern befürchtet. Ist man in den bibeltreuen theologischen Ausbildungsstätten etwa mehr um Ehrlichkeit bemüht? Um die staatliche Anerkennung zu bekommen, hat z.B. die Freie Theol. Hochschule Gießen gegenüber dem Wissenschaftsrat behauptet, dass dort “die Irrtumslosigkeitsdoktrin nicht mehr als exklusiver Maßstab der Schriftauslegung verstanden wird.” (Stellungnahme, S. 50). Prüfen Sie selbst, inwieweit man dort tatsächlich bereit ist, den Studenten die hier genannten Internetseiten als Alternative bekannt zu geben und die Inhalte fair zu diskutieren!

Typisch für den Jünger Jesu ist jedenfalls der Wunsch, ehrlich und glaubwürdig zu sein und die Lüge abzulegen. (Jo 4,23 / Rö 3,7 / Eph 4,25)

Das folgende Schaubild stellt das alte und das neue Denkmodell gegenöber. Beachten Sie: das neue Modell kann auf das Kästchen "Emotion" verzichten. Sie ist zur Erlangung von Glaubensgewissheit nicht mehr nötig !

Schaubild Denkmodelle (pdf)



Bildinfo: Titelbild mit zwei Köpfen verwendet Foto eines Gesichtsfragments aus dem Tempel E bei Selinunte, jetzt im Arch. Museum in Palermo (Sizilien). (c) Verwendung genehmigt durch Giovanni Dall'Orto, 26.8.2006


Impressum